Getagged: Literatur

Die Reise des Asterix

Jüngst ist mit Asterix bei den Pikten ein neuer Asterix-Band erschienen – heutzutage ein seltenes und durchaus bemerkenswertes Ereignis. Dies zum einen, weil neue Abenteuer des kleinen Galliers selten geworden sind; der letzte neue Band kam 2005 vor nunmehr acht Jahren heraus. Zum anderen aber stellt gerade dieser Band ein spannend Ereignis dar, ist es doch der erste Band überhaupt, der nicht von den Schöpfern der Reihe selbst geschrieben wurde. Nun stellt sich die Frage: Wie ist dieser Band gelungen?
Meiner Meinung nach muss man dafür etwas ausholen …

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La Esmeralda: Heldin der falschen Geschichte

Der Glöckner von Notre-Dame, Victor Hugos großer historischer Roman, bildet seit beinahe zweihundert Jahren den Inbegriff einer allumfassenden Tragödie. Auch wenn die Disneyverfilmung längst nicht die einzige Adaption ist, die die Geschichte bedeutend weniger grausig enden lässt – im Original nimmt wirklich jede einzelne Figur ein tragisches Ende – so hat doch keine der Bearbeitungen irgendetwas an diesem Status zu ändern vermocht.
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Zum Thema Erbsünde im Grafen von Monte Christo

Ich habe vor ein paar Wochen hier einen Artikel über die verschiedenen Adaptionen von Alexandre Dumas‘ Der Graf von Monte Christo geschrieben. Ein besonderes Augenmerk habe ich dabei auf Wildhorns Musical gelegt und auf die Veränderung, Albert de Morcerf zum unehelichen Sohn des Grafen selbst umzudeklarieren (eine Wendung, die wie die meisten eher unerfreulichen Züge des Musicals von der Filmversion von 2002 übernommen wurde). Dass ich das für eine so unüberlegte wie törichte Idee halte, habe ich schon gesagt, aber hier möchte ich erklären, warum diese Veränderung für mich so direkt eine der Grundbotschaften des Romans pervertiert.
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Verschiedene Gesichter des Grafen von Monte Christo

Man könnte Alexandre Dumas‘ Klassiker Der Graf von Monte Christo wohl als die ultimative Vergeltungs-Geschichte bezeichnen: Ein junger Seemann wird von seinen Freunden verraten und verbringt 14 Jahre unschuldig im Kerker, ehe er schließlich fliehen kann und als reicher Graf zurückkehrt, um sich an seinen Peinigern grausam zu rächen. Abgesehen von den eigenen Adaptionen hat das Buch auch ganz allgemein einen großen Einfluss auf die heutige Zeit ausgeübt, ob es nun als Inspirationsquelle dient, wie für Sondheims Sweeney Todd, oder ob das Werk wie in V wie Vendetta ganz offen referenziert wird.
Dabei stellt sich mir aber gerade bei Letzterem die Frage, warum es speziell die Verfilmung von 1934 ist, die V Evey im Film zeigt. Gerade diese Adaption der Geschichte endet nicht nur wenig originalgetreu, sondern geradezu schmerzhaft kitschig, so dass Eveys Bemerkung, dass die Rache dem Grafen wichtiger war als seine Liebe, hier kaum zuzutreffen scheint – auch wenn es zugegebenermaßen wenige Verfilmungen gibt, in denen dieser Punkt des Buches wirklich deutlich wird.
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Der Besuch der Alten Dame – ein Musical-Abend bei den Thuner Seespielen

Als großer Bewunderer Friedrich Dürenmatts kann ich sagen, dass mich keines seiner Werke so gefesselt hat wie Der Besuch der Alten Dame, die grausame Tragikkomödie, in dem eine steinreiche Dame in ihre Heimatstadt zurückkehrt, um sich die langentbehrte Rache an ihrer Jugendliebe zu erkaufen. Und gerade weil die Grundidee des Stücks so simpel ist, ist das Theater wohl der einzig passende Ort für Dürrenmatts Geschichte – nur dort ist es möglich, die Handlung in all ihrer Vorbehaltslosigkeit gleichzeitig absurd und dennoch beklemmend realistisch darzustellen. Das ist auch der Grund, warum ich die Theateraufnahme von 1959 als die einzig wahre Verfilmung des Stoffes ansehe; die Hollywood-Fassung von 1963 oder gar dem jüngst erschienenen, krampfhaft vertragisierten Film von 2008 gelingt es einfach nicht, dem Stück wirklich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Wie Dürrenmatt selbst sagte: „Die Alte Dame ist ein böses Stück, aber gerade deshalb darf es nicht böse, sondern muss aufs humanste wiedergegeben werden, mit Trauer, nicht mit Zorn, doch auch mit Humor, denn nichts schadet dieser Komödie, die tragisch endet, mehr als tierischer Ernst.“
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West Side Story vs. Shakespeare

Ich bin im Allgemeinen der Erste, der sich dagegen verwehrt, ein Werk als unantastbar einzustufen, nur weil es als hohe Kultur gilt. Keiner der großen Meister war wirklich unfehlbar, und viele althergebrachte Kunstwerke wurden seit Ewigkeiten so auf einen Sockel gestellt, dass ihre Schwächen gar nicht mehr wahrgenommen werden dürfen. Wenn dann doch einmal eine Adaption sich bemüht, ihr Ursprungsmaterial noch zu perfektionieren, so kann das Ergebnis überraschende und beeindruckende Züge annehmen. Aber gleichzeitig gilt sicherlich auch das Gegenargument: Wenn ein Buch, ein Bildnis oder ein Theaterstück seit Jahrhunderten als genial gelten, so hat das in den meisten Fällen auch seine Gründe, und ein moderner Bearbeiter sollte seinerseits einen wirklich guten Grund haben, diese Klassiker zu verändern.
Shakespeare kann wohl als Musterbeispiel für beide Seiten der Überlegung gelten. Größere Klassiker als die Stücke des Barden gibt es in unserem Kulturkreis kaum, und seine Texte wird man wohl mit jedem Recht als genial bezeichnen. Doch auf der anderen Seite haben auch die grandiosesten seiner Werke oft dieselben inhaltlichen Schwächen: Die Handlung wird von konstruierten Zufällen angetrieben, die Nebenfiguren sind zwei- bis eindimensional und nicht immer sind die Geschichten selbst wirklich durchdacht.
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Hook – eine Variation auf das Thema Peter Pan


In gewisser Weise stellt der Film Hook ein Gegenstück zu der Masse an Prequels dar, die sich gerade in den letzten Jahren darangemacht haben, den Mythos Peter Pan zu hinterfragen – und wie die meisten freieren Adaptionen fußt auch er darauf, dass man sich aus Barries Werk genommen hat, was man brauchen kann, nur um den Rest geschickt zu ignorieren. Ich spreche dabei nicht von den einzelnen Schicksalen der Figuren wie Hook oder Glöckchen (die am Ende des Buchs beide sterben), sondern von der großen Grundidee. Es mag nur ein Satz des Buches sein, doch es ist der letzte, und gleichzeitig ein weitreichender Ausblick in die Zukunft: „und so wird es weitergehen, solange es Kinder gibt, die fröhlich sind, und unschuldig und herzlos.“
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Warum ich den Großen Gatsby für kaum verfilmbar halte

Während ich den Großen Gatsby von F. Scott Fitzgerald vor zwei Wochen aus Anlass der neuen Verfilmung zum ersten Mal gelesen habe, ging mir immer wieder ein Gedanke durch den Kopf: Dieses Buch muss verdammt schwer zu verfilmen sein. Natürlich ist so eine Einschätzung nicht allgemeingültig; es gibt genug Romane, die für unverfilmbar galten, bis ein genialer Regisseur das Publikum eines besseren belehrte. Und gerade Baz Luhrmann konnte ich mir wirklich noch als Ehesten vorstellen, um dieses Werk zu adaptieren – sein markanter Stil ist vielleicht der Einzige, der Fitzgeralds Worte für mich hätte filmisch umsetzen können.

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Verborgene Schätze: Mary Reilly

Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde von Robert Louis Stevenson ist sicherlich eines der ikonischsten Werke unserer Weltliteratur. Es handelt sich bei dem Phänomen „Jekyll vs. Hyde“ heutzutage eher um ein allgemeines erzählerisches Prinzip denn um einen simplen Roman – und gerade das ist es, was Stevensons Geschichte selbst das Genick bricht.
Der Roman ist an sich eigentlich ein sehr direkt erzählter Krimi, bei dem die Auflösung – Achtung, Spoiler – darin besteht, dass Dr. Jekyll und Mr. Hyde die ganze Zeit über ein und dieselbe Person waren. Da das allerdings das Einzige ist, was so ziemlich jede Person unseres Kulturkreises über die Geschichte weiß, ist die große Überraschung einigermaßen hinfällig. Die Folge ist einerseits, dass das Buch selbst veraltet scheint, und andererseits, dass folglich jede Adaption des Stoffes irgendeinen neuen „Twist“ benötigt, um ihr Publikum dennoch zu fesseln. Im Allgemeinen läuft das auf eine spezielle Fokussierung auf Jekylls Psychologie hinaus, bei der er zu einer tragischen Heldengestalt hochstilisiert wird – und das, obwohl er im Ursprungsmaterial alles andere als ein Gutmensch ist. Stevensons Hauptfigur handelt aus egoistischer Verzweiflung, in der Hoffnung, seine unterdrückten Spannungen endlich ausleben zu können und die Dualität zwischen Jekyll und Hyde ist nicht die zwischen gut und böse, sondern zwischen „normal“ und ungehemmt.

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Verschiedene Grüntöne im Lande Oz

Zu dem weitreichenden Kosmos von L. Frank Baums Zauberland Oz, das sich neben den vierzehn von ihm selbst geschriebenen Büchern noch aus ungezählten Adaptionen anderer Künstler und nicht zuletzt dem Filmklassiker Der Zauberer von Oz von 1939 zusammenfügt, ist eine neue Bearbeitung hinzugekommen: Die fantastische Welt von Oz
Das neue Fantasy-Spektakel aus dem Hause Disney erzählt, wie der Zauberer von Oz in dem nach ihm benannten Lande ankommt und zu dem wird, was er ist – oder besser gesagt, was er vorgibt, zu sein. Doch neben dieser Entwicklung von „Oz, dem Großen und Mächtigen“ selbst, ist es vor allem die Geschichte von Glinda, Theodora und Evanora, der drei Hexen von Oz und ihrer ambivalenten Beziehung zueinander.

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