Getagged: Literatur

Der Wert der Unaufrichtigkeit

Anders zu sein ist schätzenswert. Und es eine Menge großartiger Lieder zu diesem Thema. Viele davon gehören zu meinen absoluten Lieblingsliedern – mit so unterschiedlichen Schwerpunkten wie Mulans „Wer bin ich“, Guidos „Guido’s Song“ oder Elphabas „Frei und Schwerelos“. Am Ende kann sich fast jeder mit diesen Liedern identifizieren, denn auf die eine oder andere Weise fühlt sich ja jeder Mensch irgendwie alleine und eben anders.
Aber immer mal stoße ich dann auf ein solches Lied, das mir partout nicht gefällt. Es passt vielleicht auf den ersten Blick ins Schema – aber dennoch, irgendetwas passt da absolut nicht. Und genau solch ein Fall ist Eric Fishs Ballade „Anders sein“.
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Vom Winde verweht – It’s all coming back to me now

Margaret Mitchells 1936 erschienener Roman Vom Winde verweht ist nicht nur einer der großen Klassiker der Weltliteratur, die unstete Hassliebe zwischen Scarlett O’Hara und Rhett Butler ist auch in die Geschichte eingegangen als eines der ganz großen Liebesdramen unserer Zeit. Dabei stellt sich mir immer wieder die Frage, weshalb Buch und Film alleine für die Liebesgeschichte solch notorische Bekanntheit erlangt haben? Gerade im Buch nimmt die Beziehung der beiden ja beileibe nicht den größten Raum ein; es ist ein Entwicklungsroman, ein Kriegsdrama, die Verherrlichung einer untergegangenen Zeit – all das steht weit mehr im Vordergrund als die so berühmt gewordene Liebesgeschichte. Und doch ist das Erste und oftmals Einzige, womit der Durchschnittsmensch die Geschichte beschreiben würde, sicherlich die Liebesbeziehung zwischen den beiden Maultieren im Pferdegeschirr.
Diese Einschätzung geht schließlich so weit, dass Film und Buch heutzutage gerade bei Menschen, die den Inhalt gar nicht kennen, als typische Kitschromanze verschrien sind. Dabei wüsste ich keine Liebesgeschichte, die diese Einschätzung weniger verdient.

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Die Zugkraft der englischen Filmtitel

Ganz offensichtlich gelten englische Filmtitel in der heutigen Marketing-Branche als besonders sexy. Es ist klar zu beobachten, dass in der Filmbranche in den letzten Jahren ein gewisses Umdenken stattgefunden hat: Im Zuge der gleichen Entwicklung, in der alles was aus Amerika zu uns kommt als cool und stylisch gilt, werden ja ganz allgemein so viele Ausdrücke und Bezeichnungen wie möglich in ihrem englischen Original belassen.
Diese Entwicklung entbehrt nun nicht einer gewissen Ironie, bedenkt man, wie zögerlich ein großer Publikumsteil gleichzeitig ist, ganze Filme auf Englisch zu sehen. Deutschland ist und bleibt eines der Länder mit der größten Synchronisations-Kultur (und nebenbei auch mit der besten) – es sind nur die Titel der Filme, die immer mehr auch in deutschen Kinos auf Englisch dargestellt werden.
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Die Schöne und das Biest – Zwei Märchen schreibt die Zeit

Es ist immer wieder eine schwierige Frage – wie sollte man Kunstwerke am gerechtesten bewerten? Schließlich ist dabei jedes Mal eine unendliche Menge unterschiedlicher Faktoren und Einflüsse zu berücksichtigen; Herkunft, Wirkung, Gesamtqualität, und, und, und. Und ein ganz besonderes Problem stellen für mich bei dieser Bewertung Filme dar, denn wo wäre die Masse unterschiedlichster Ansatzpunkte für eine Bewertung größer? Man kann das Ganze von der Seite der Emotionen aus angehen, von der reinen Qualität der Geschichte, von den Schauspielern, der Regie – und dabei habe ich von der ewigen Unterscheidung zwischen bestes und liebstes Werk noch gar nicht angefangen.

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Welche Symbolkraft steckt im Tanz der Vampire?


Die Gestalt des Vampirs hatte zu jeder Zeit eine starke Symbolkraft inne – gerade darin liegt ja der Hauptgrund für die anhaltende Faszination jener Gruselgeschöpfe. Es ist ein Spiel mit der Erotik, mit Widerstreben und insgeheim ersehnter Überwältigung, das uns immer wieder mit den wohl charmantesten aller Monster liebäugeln lässt. Dabei ist diese Symbolik bei weitem nicht zu jeder Zeit die gleiche geblieben, im Gegenteil: Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Bild des Vampirs immer wieder gewandelt und von Generation zu Generation neu definiert – eben gerade weil es immer die verborgenen Sehnsüchte und Wünsche der aktuellen Zeit symbolisch dargestellt hat.
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Silberschellen und Klatschmohn – der kleine Prinz, Anna und Mister Gott

Die beiden Werke Der kleine Prinz und Hallo Mister Gott, hier spricht Anna gehören für mich unbestreitbar zu den großen Klassikern der Weltliteratur. Diese beiden Bücher, in denen zwei einmalige, überlebensgroße Kindergestalten verewigt worden sind, scheinen mir auf geradezu sonderbare Weise verwachsen. Weswegen das so ist, lässt sich in einem Satz kaum sagen, aber ein Beispiel mag der Vergleich der berühmtesten Zitate der beiden Bücher sein – zwei Zitate, die eine wenn auch nicht ähnliche, so doch auf seltsame Art verwandte Aussage bieten:
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
und
„Der Unnerschied von einen Mensch und einen Engel ist leicht. Das meiste von ein Engel ist innen, und das meiste von ein Mensch ist außen.“
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Die Verwendung des Wortes ‚Nigger‘ in Huckleberry Finn

Ich habe einige Zeit darüber nachgedacht, wie ich diesen Artikel schreiben soll. Alleine darüber, wie ich eine Überschrift finde, bei der sich ein Großteil der Leser (und insbesondere die anvisierte Zielgruppe!) nicht sofort empört abwendet. Ehrlich gesagt bin ich ja beinahe erstaunt, dass ich das Wort ‚Nigger‘ in diesem Blog offen ausschreiben und sogar im Titel verwenden darf. Aber natürlich sind all diese Überlegungen ziemlich sinnlos, denn in dem Moment, da ich mich für dieses Thema entschieden habe, war klar, dass ich bei manchen Lesern mit Sicherheit Empörung auslösen werde.
Andererseits geht es hier um Huckleberry Finn, es geht um große Literatur, und solange ich in Sachen Empörung mit Mark Twain in einem Boot sitze, kann ich mich wirklich nicht beschweren.
Kurz gesagt können wir wohl festhalten, dass der Bereich Political Correctness und der richtige Umgang damit ein außerordentlich komplexes Thema darstellen.
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Schwarze Mühlen und Zaubererbrüder

Bei der Geschichte von dem Zauberergesellen Krabat handelt es sich um eine alte Sage, die jahrhundertelang in unterschiedlichen Ausprägungen überliefert wurde. Den festen bildet die Gestalt des kroatischen (daher der Name „Krabat“) Zauberers, der durch die Lande wandelt, ob nun mit guten oder bösen Intentionen.
Die heutzutage bei uns bekannteste Version dieser Sage ist wohl Krabat von Otfried Preußler, auch wenn das 1971 erschienene Buch insgesamt betrachtet nur eine von vielen modernen Bearbeitungen des Stoffes ist: Gerade drei Jahre zuvor veröffentlichte Jurij Brězan seine Adaption Die schwarze Mühle.
Im Gegensatz zu den zuvor gängigen Geschichten über den Zauberer Krabat stellt Brězan in seinem Buch die Vorgeschichte in den Vordergrund. Beinahe die Hälfte des Buches beschäftigt sich mit Krabats Lehrzeit auf der Mühle und seinem wachsenden Widerstand gegen den Meister. Die Betonung liegt dabei immer auf dem Hauptbestreben des jungen Mannes: Er sucht nach Wissen, und er will alles dafür tun, dem Meister seine geheimen Bücher abzuluchsen.
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Shakespeare & Fluch der Karibik

Wahrscheinlich kennen einige der Leser das Gesellschaftsspiel „Tabu“, bei dem die Mitspieler vorgeschriebene Begriffe erklären müssen, ohne bestimmte naheliegende Assoziationen zu verwenden. Als wir dieses Spiel einmal in größerer Runde spielten, stellte mein neunjähriger Bruder die Frage: „Wer hat Fluch der Karibik geschrieben?“ Ich war mir ziemlich sicher, dass Ted & Terry keine mögliche Tabu-Antwort darstellen, und ich brach die Runde ab, um ihn nach der vermeintlichen Lösung zu fragen. So kamen wir darauf, dass der zu erratende Name „Shakespeare“ war – die Erklärung meines Bruders: „Romeo und Julia durfte ich ja nicht sagen!“
In der darauffolgenden allgemeinen Heiterkeit wurde ihm klar, dass er einen Fehler gemacht hatte und er wandte sich beleidigt ab. Ich musste ihm schnell erklären, dass wir nicht ihn auslachen, und dabei stellte sich die Frage: Warum ist diese spezielle Fehlannahme so amüsant?
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