Getagged: Filme

Eine Nacht auf dem kahlen Berg – schauriges Glanzlicht der Animationskunst

Wenn mein liebstes Stück Zeichentrick die Nussknacker-Suite (insbesondere Der Tanz der Zuckerfee) in Fantasia ist, so ist das meiner Meinung nach beste Stück Animation überhaupt im selben Film zu finden: Es ist das letzte Segment, Mussorgskis Eine Nacht auf dem kahlen Berg.
Der Film Fantasia ist an sich ja schon ein reines Fest der Zeichentrickkunst. Der gesamte Film ist pure Poesie; eine aus dem Besten der Musik erschaffene Bildkunst. Und wenn die nachfolgenden Package-Filme auch einige nette Ideen beinhalten und der Nachfolger Fantasia 2000 seine ganz eigenen Vorzüge hat, so kann man doch feststellen, dass ein solch ambitioniertes Projekt seither nicht wieder in Angriff genommen wurde.

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Es geschah am hellichten Tag und Das Versprechen – ein Vergleich

Ich bin im Allgemeinen kein großer Krimi-Fan; es ist neben Science-Fiction das einzige Genre, mit dem ich generell wenig anfangen kann. Von dieser Regel gibt es jedoch zwei große Ausnahmen: die Sherlock-Holmes-Bücher von Sir Arthur Conan Doyle und die Kriminalromane von Friedrich Dürrenmatt. Es handelt sich bei den beiden Autoren um die absoluten Enden des Spektrums; sie spannen grob gesagt alles auf, was als Krimi denkbar scheint.
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Sin City 2 – erstklassiges Sequel, zweitklassiger Film?

Sin City – der Originalfilm – beginnt mit einer unabhängigen Episode um Liebe und Mord, so intensiv und berückend, wie sie kurz ist. Es gibt keine Erklärung dazu, der unbedarfte Zuschauer weiß von den Handlungsimpulsen und den äußeren Umständen praktisch gar nichts, doch er fühlt alles. Die Sequenz ist gerade für diesen Film ein genialer Startschuss; sie schafft Atmosphäre und zieht das Publikum unweigerlich in diese verstörende Welt hinein.
Ganz am Ende des Films wir diese Szene noch einmal kurz aufgegriffen; mit einem letzten Schlussbild wird die Verbindung zu einer anderen Geschichte gezogen und so als Buchende der gesamte Film perfekt abgeschlossen.

Sin City: A Dame to Kill For beginnt ebenfalls mit einer Kurzepisode. Wir treffen Marv, eine der Hauptfiguren beider Filme, und erleben ihn in einem kurzen Einzelabenteuer. Es gibt keine direkte Verbindung zum ersten Film, und doch sind sofort alle Zusammenhänge klar ersichtlich.
So werden die Fans von Sin City perfekt abgeholt; sofort ergibt sich das Gefühl, wieder ganz in der altvertrauten Welt angekommen zu sein. Und dass sich der Stil im Vergleich zum ersten Film leicht verändert hat, gerade durch das Hinzufügen der genial-stilisierten 3D-Effekte, verstärkt den Sog des Filmes höchstens noch.

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Klassik in Szene gesetzt: Zar und Zimmermann

Auch wenn jede heutige Verarbeitung des Prinz-und-Bettelknabe-Themas an Mark Twains Roman angelehnt ist, so war das doch sicher nicht die erste Version einer derartigen Verwechslungsgeschichte. Schon 1837 in Albert Lortzings Oper Zar und Zimmermann wird ein ganzes Städtchen samt mehreren ausländischen Gesandten in Verwirrung gestürzt, über die Frage, welcher von zwei russischen Zimmerleuten nun der Zar im inkognito ist, und welcher nur ein gewöhnlicher Deserteur. Hier wird allerdings nicht einmal die konstruierte Ähnlichkeit der beiden zum Grund für die Verwirrung; es ist alleine der gemeinsame Name der beiden – Peter – der für Verwechslung sorgt.
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Klassische Werke in neuer Gestalt

Vor einigen Jahren gab es in der Fernsehbranche einen minderen Eklat, als der selbsternannte Literaturgott Marcel Reich-Ranicki während der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises den ihm zugesprochenen Ehrenpreis live ablehnte, mit der Begründung, er „gehöre nicht in diese Reihe“ und fände es „schlimm, dass ich das hier viele Stunden ertragen musste. Diesen Blödsinn, den wir hier zu sehen bekommen haben.“.
Als Reaktion auf Reich-Ranickis ostentative Ablehnung bat ihn daraufhin der Moderator Thomas Gottschalk, mit ihm zusammen eine Diskussionsrunde zum Thema Fernsehen zu führen. Und wirklich wurde eine Woche später das Gespräch der beiden modernen Fernseh- und Literaturikonen ausgestrahlt, unter dem Titel „Aus gegebenem Anlass – Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit Thomas Gottschalk.“.
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Eiskalte Engel – von Gefährlichen Liebschaften und Grausamen Absichten

Die leichtherzige Teenie-Komödie hat sich in Hollywood längst zu einem eigenen Genre entwickelt. Und ganz allgemein gilt: Wenn es in einem amerikanischen Film um eine Gruppe Highschool-Schüler geht, wenn die Hauptthemen ihre jeweiligen Beziehungen und Affairen sind, in einer ausgewogenen Mischung aus Drama und Comedy, dann ist es allgemein nicht verkehrt, das Schlimmste zu erwarten. Aber umso besser ist es, wenn sich ein solcher Film dann als unerwarteter Treffer entpuppt. Denn ab und zu gibt es Filme, die nicht nur an sich ein Juwel darstellen, sondern die es auch ganz nebenbei schaffen, das Vertrauen in die künstlerischen Fähigkeiten der Filmbranche wiederzuerwecken.
Ende der Neunziger gab es eine Zeit, da sich mehrere Filme sich in dieser Hinsicht kurz nacheinander beweisen konnten. Diese Handvoll Filme zeigte nicht nur, dass Teenie-Filme und Beziehungskomödien wirklich klug gemacht sein können, sie bewiesen ganz nebenbei auch, dass es absolut kein Verlustgeschäft sein muss, einem heutigen Publikum im Kino klassische Werke anzubieten.
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Der Wert der Unaufrichtigkeit

Anders zu sein ist schätzenswert. Und es eine Menge großartiger Lieder zu diesem Thema. Viele davon gehören zu meinen absoluten Lieblingsliedern – mit so unterschiedlichen Schwerpunkten wie Mulans „Wer bin ich“, Guidos „Guido’s Song“ oder Elphabas „Frei und Schwerelos“. Am Ende kann sich fast jeder mit diesen Liedern identifizieren, denn auf die eine oder andere Weise fühlt sich ja jeder Mensch irgendwie alleine und eben anders.
Aber immer mal stoße ich dann auf ein solches Lied, das mir partout nicht gefällt. Es passt vielleicht auf den ersten Blick ins Schema – aber dennoch, irgendetwas passt da absolut nicht. Und genau solch ein Fall ist Eric Fishs Ballade „Anders sein“.
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Vom Winde verweht – It’s all coming back to me now

Margaret Mitchells 1936 erschienener Roman Vom Winde verweht ist nicht nur einer der großen Klassiker der Weltliteratur, die unstete Hassliebe zwischen Scarlett O’Hara und Rhett Butler ist auch in die Geschichte eingegangen als eines der ganz großen Liebesdramen unserer Zeit. Dabei stellt sich mir immer wieder die Frage, weshalb Buch und Film alleine für die Liebesgeschichte solch notorische Bekanntheit erlangt haben? Gerade im Buch nimmt die Beziehung der beiden ja beileibe nicht den größten Raum ein; es ist ein Entwicklungsroman, ein Kriegsdrama, die Verherrlichung einer untergegangenen Zeit – all das steht weit mehr im Vordergrund als die so berühmt gewordene Liebesgeschichte. Und doch ist das Erste und oftmals Einzige, womit der Durchschnittsmensch die Geschichte beschreiben würde, sicherlich die Liebesbeziehung zwischen den beiden Maultieren im Pferdegeschirr.
Diese Einschätzung geht schließlich so weit, dass Film und Buch heutzutage gerade bei Menschen, die den Inhalt gar nicht kennen, als typische Kitschromanze verschrien sind. Dabei wüsste ich keine Liebesgeschichte, die diese Einschätzung weniger verdient.

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Klassik in Szene gesetzt: Der Zigeunerbaron

Bei Johann Strauss‘ Operette Der Zigeunerbaron handelt es sich für mich um eines der ausdrucksstärksten und vielfältigsten Werke des klassischen Musiktheaters. Es ist mit Sicherheit meine liebste Operette, und als ich erfahren habe, dass von dem Werk eine professionelle Verfilmung existiert, war ich begeistert – und zur gleichen Zeit höchst skeptisch. Hatte man sich bei dieser fürs Fernsehpublikum adaptierten und gekürzten Verfilmung wirklich bemüht, den tiefgründigen Charakter dieses Stückes zu bewahren?
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Die Zugkraft der englischen Filmtitel

Ganz offensichtlich gelten englische Filmtitel in der heutigen Marketing-Branche als besonders sexy. Es ist klar zu beobachten, dass in der Filmbranche in den letzten Jahren ein gewisses Umdenken stattgefunden hat: Im Zuge der gleichen Entwicklung, in der alles was aus Amerika zu uns kommt als cool und stylisch gilt, werden ja ganz allgemein so viele Ausdrücke und Bezeichnungen wie möglich in ihrem englischen Original belassen.
Diese Entwicklung entbehrt nun nicht einer gewissen Ironie, bedenkt man, wie zögerlich ein großer Publikumsteil gleichzeitig ist, ganze Filme auf Englisch zu sehen. Deutschland ist und bleibt eines der Länder mit der größten Synchronisations-Kultur (und nebenbei auch mit der besten) – es sind nur die Titel der Filme, die immer mehr auch in deutschen Kinos auf Englisch dargestellt werden.
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