Anstelle eines Sommerlochs: Da ich die nächsten Wochen mit Hochzeitsvorbereitungen, Flitterwochen und nicht zuletzt den Manuskript-Bearbeitungen für meine erste Verlagsveröffentlichung beschäftigt sein werde, hier nun einige ältere Artikel. Diese Vergleichsreihe zwischen dem Original-Disneyland in Anaheim und Disneyland Paris erschien 2011 auf sdb-film.de, der Seite meines geschätzten Freundes und Blogger-Kollegen Sidney Schering.

Ich war im Mai 2011 zum ersten Mal seit über zwanzig Jahren in einem anderen als dem europäischen Disney-Park und so hat sich der Vergleich des „originalen“ Disneylands mit Disneyland Paris natürlich aufgedrängt. Es heißt zwar, Disneyland Paris sei die schönste und kunstvollste Inkarnation des Disney-Traumes, doch in Anaheim befindet sich immerhin der einzige Park, dessen Bau von Walt Disney persönlich überwacht wurde.
Also: Hiermit präsentiere ich eine Reihe kurzer Vergleichsartikel, die sich jeweils auf eine Attraktion oder einen Aspekt der Parks konzentrieren und eine Wertung abgeben, belegt anhand von Fotos und getroffen von meiner eigenen, höchst subjektiven Meinung.

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Paris

Der erste auffällige Unterschied besteht in der jeweiligen Lage der Parks. Disneyland Paris liegt eigentlich in Marne-la-Vallée, eine gute halbe Stunde von der Stadt entfernt. Auch Disneyland war ursprünglich in gemütlichem Abstand von Los Angeles gebaut worden, doch man unterschätzte die gewaltige Expansion und mittlerweile ist das Areal vollkommen von der riesigen Stadt umschlossen. Seltsamerweise kommt man sich in Anaheim jedoch trotz der zentralen Lage abgeschiedener vor, denn gerade im Eingangsbereich des Pariser Parks erinnert das gelegentliche Vibrieren der Metros immer wieder an die nahe Großstadt.
Auch wenn der Eingangsbereich der Parks sich nicht unerheblich unterscheidet – in Paris ist das Haupthotel direkt über dem Eingang gebaut – so verströmen die beiden Bereiche doch genau das gleiche Feeling. Wo man auch hinschaut ist die ganze Umgebung einfach wunderschön, nostalgisch und voller Disney-Charme. Sobald man sich dem Park nähert, wird der Weg musikalisch passend unterlegt und bei diesen Mitbesuchern fällt es nicht schwer, von Anfang an in die richtige Stimmung zu kommen.

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Anaheim

Der grundsätzliche Aufbau aller Disney-Parks ist ähnlich. Um in die verschiedenen thematisierten Länder zu gelangen, führt der Weg zuerst durch die Mainstreet, eine romantisch hergerichtete Straße, die den Flair einer Kleinstadt Amerikas um die Jahrhundertwende wieder auferstehen lässt. Dabei zeigt das Schloss im Hintergrund jedoch zweifelsfrei an, dass dies hier eben doch nicht die typische amerikanische Stadt ist: Wir sind in Disneyland!

5 P Mainstreet

Paris

In beiden Parks gliedern sich die unverzichtbaren Souvenirläden hinter ihren pittoresken Fassaden perfekt in den Stil der Straße ein, doch der wahre Hingucker sind die Fenster: Überall tummeln sich sorgsam aufgebaute und regelmäßig erneuerte Szenerien aus der Disney-Welt. Aber während in Anaheim eine Disney-Filmszene neben der anderen aufgebaut ist, sind die Pariser Fenster auf etwas abstraktere Weise mit einer Mischung von Disneyfiguren, Souvenirs und passenden Requisiten bestückt.
Und Arielle und Fabius sehen bei weitem weniger gruselig aus.

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Anaheim

Soll ich mich zwischen einer der beiden Mainstreet-Versionen wählen, so lasse ich meine Lieblingsspeise entscheiden. Dem Klima ist es zu verdanken, dass die Anaheimer Mainstreet, obwohl nur halb so lang, doch doppelt so viele Eisdielen aufweist, wie die Pariser. Wie nötig das ist, wurde mir klar, als ich die übergroße Kugel nach wenigen Metern in der Hand auffangen konnte: Bei kalifornischen Temperaturen ist die Halbwertszeit für kühle Leckereien eben um einiges geringer als bei uns. Doch den Fehler, zu langsam zu essen macht man unter diesen Umständen nur einmal, und für mich ist ein doppelter Eisgenuss mehr als genug, um die Waage zugunsten von Anaheim zu verschieben.