Ich bin ein großer Musical, oder genereller gesagt, Musiktheater-Fan, und ganz besonders interessiert mich der Werdegang, den das Genre des durchkomponierten Drama-Musicals in den letzten dreißig Jahren durchgemacht hat. Aber generell weckt das Stichwort Musical auch andere Assoziation; ob nun alte, beinahe operettenartige Stücke, Hollywood-Filme mit gloriosen Tanzszenen, oder einfach ein unbeschwerter Theaterabend mit Tanz und Musik.
Für viele ist die Personifikation des unbedarften Musical-Spaßes sicher Sir Andrew Lloyd Webbers erster Megaerfolg: Cats. Das Werk ist seit seiner Uraufführung 1981 ein Vorzeigestück modernen Musicaltheaters und hat eine nicht zu verleugnende Prägung auf die gesamte Theater-Szenerie ausgeübt.
Neben Webbers durchgehender Ohrwurm-Musik biete die Show Tanz, Comedy, Artistik und jede Menge Glamour – und dabei so gut wie gar keine Geschichte. Nebenbei: Diese Einschätzung hat Cats zwar mit Starlight Express gemein, doch haben in diesem Vergleich die Züge das bedeutende Nachsehen, dass sie im Gegensatz zu den Kätzchen felsenfest in dem Jahrzehnt ihrer Schöpfung festgebacken sind.

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